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BeitragVerfasst: So Jun 13, 2004 11:31 am 
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Hallo zusammen,


etwas verspätet nun mein Erahrungsbericht vom letzten Ropana-Seminar, zu dem auch Frank (Hallo!) schon einen veröffentlicht hat. Es steht zwar auch im Bericht, aber ich möchte nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Ausführngen zu Ropana meine persönliche Gedanken sind, keine umfassende und objektive Erklärung der Methode. Die gibt's von Roland.


Bericht über das Ropana-Seminar im Juni 2004 in Mondsee

Anfang Juni 2004 habe ich ein Ropana-Seminar in Mondsee, Österreich besucht und möchte hier meine wesentlichen Erfahrungen weitergeben.

Was euch sicher interessiert: ich bin 23 Jahre alt und stottere im Familien- und Freundeskreis eher leicht, aber in den uns Stotterern bekannten schwierigen Sprechsituationen wie melden am Telefon oder sich vorstellen bedeutend schwerer. Vermeidungsverhalten und schnelles, gepresstes Sprechen sind ebenfalls häufige Probleme.

Zunächst möchte ich einige meiner Erinnerungen an das Seminar selbst weitergeben, anschließend ein paar persönliche Gedanken zu Ropana allgemein.

Ich war wie üblich sehr nervös, da ich das Kennenlernen mehrerer Leute vor mir hatte, und seien es auch Menschen mit dem gleichen Problem wie ich. Meine Nervosität war aber grundlos. Roland beobachtete die Gruppe zunächst ganz gelassen beim Essen und verzichtete auch auf die gefürchtete Vorstellungsrunde. Stattdessen integrierte er die Vorstellung geschickt stückweise in die Übungen des ersten Abends und verließ sich ansonsten darauf, dass man sich beim gemütlichen Beisammensein nach "Feierabend" schon kennenlernen würde. Genauso war es auch. Vom ersten Abend an war ich von meinen MitstreiterInnen begeistert.

Die Atmosphäre des gesamten Seminars war unheimlich entspannt und freundschaftlich. Nie gab uns Roland das Gefühl, die Übungen seien Aufgaben, die unbedingt gelöst werden mussten. Trotzdem wurde immer diszipliniert und intensiv gearbeitet. Oder gerade deshalb - die Teilnehmer hatten das Gefühl, ohne persönlichen Druck eine Chance zu bekommen, etwas bei sich zu bewegen und waren darum sehr engagiert. Roland war stets für alle Fragen, auch persönlicher Art, offen.

Das Seminar war auch ein kurzer Urlaub für mich. Ganz verschiedene Menschen mit dem gleichen Problem kennenzulernen, und zwanglos viel Spaß mit ihnen zu haben, mich aber auch ernsthaft mit ihnen auszutauschen, war eine tolle Erfahrung.

Ohne Rolands Erklärungen der Grundlagen wiederholen zu wollen, gebe ich nun in stichwortartigen Sätzen wieder, was mir so gut an der Ropana-Methode gefällt. Mir kommen hier stets die Begriffe "sanft" und "natürlich" in den Sinn.

Die Sanftheit findet sich für mich hier: Es ist kein Versagen, im Alltag zu stottern, denn man kann ja in Ruhe nachbereiten. Es ist nicht unangenehm für den Zuhörer, eher das Gegenteil, wenn man längere Pausen macht und sich Zeit nimmt. (Ich habe es auch nicht geglaubt, aber Roland und die Videokamera machen es einem klar!) Ich muss keine Angst vor Sprechsituationen haben, weil ich mich gut vorbereiten kann und weiss, auch wenn es nicht klappt, ich komme trotzdem zum Ziel und bereite eben nach. Wenn ein Satz oder eine ganzes Gespräch nicht gut geht, kann ich mit den drei Elementen stets einen neuen Start in ein natürliches Sprechen versuchen und habe mir nicht das flüssige Sprechen für das Gespräch, den Tag oder die Zeit bis zum nächsten Seminar verbaut. Ich kann offen auf Menschen zugehen und so auch im Fall des Stotterns einen guten Eindruck zu machen.

Die Natürlichkeit liegt für mich hier: Es gibt keine Atemübungen (von geschärfter Wahrnehmung abgesehen), denn Atmen können wir bereits, es wird nur manchmal gestört. Es gibt keine Sprechtechniken, denn das natürliche Sprechen ist in uns und mit den nötigen theoretischen Erkenntnissen und der richtigen Vorbereitung können wir es abrufen. Es gibt übrigens trotzdem mehr als genug für vier Tage zu tun! Es wird nicht nur direkt am hörbaren Stottern gearbeitet, vielmehr wird das Sprechen ganzheitlich als Summe von Flüssigkeit, wohlklingender Stimme, durchdachter Formulierung, betonender Melodie und anderem wahrgenommen und eingeübt. Wir unterwerfen uns keinem Erfolgsdruck, sondern lenken unser Denken in eine positive Richtung.

Die wissenschaftliche Erklärbarkeit sämtlicher Bausteine der Methode, von Roland gut verständlich rübergebracht, schafft das für mich persönlich notwendige Vertrauen.

Man kann meine Begeisterung wohl nicht überlesen. Natürlich weiss ich noch nicht, wie stark mich Ropana im Alltag wirklich weiterbringt. Aber ich habe auf diesem Seminar viel Hoffnung und Vertrauen gewonnen und tolle Erfolgserlebnisse erzielt. Auf dieser Grundlage bin ich zuversichtlich.


Thomas


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BeitragVerfasst: Do Jun 17, 2004 7:34 pm 
Hallo Thomas!
Ein Frage:
Wenn man Schwierigkeiten mit einem oder mehreren Buchstaben hat, wie kann man denn dann etwas mit Ropana anfangen? Nachbereiten ist ja gut, aber ich habe dann dennoch die gleichen Schwierigkeiten mit den besagten Buchstaben(auch wenn ich alleine im Zimmer bin). Natürlich alleine weniger aber eben auch. Außerdem muss es doch auch schwierig sein, sich alle Sätze zu merken in denen man Blocks hatte, um sie dann zu Hause nachbereiten zu können.
Verzeih wenn ich einfach so rausplatze mit den Fragen, aber ich suche gerade eine Methode für mich aus und denk nach ob ich mich mit Ropana beschäftigen sollte.
Danke im Vorraus


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BeitragVerfasst: Do Jun 17, 2004 10:29 pm 
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Registriert: So Mai 16, 2004 12:01 am
Beiträge: 160
Generell denke ich, Roland kann solche Fragen am besten beantworten, und macht es ja auch gerne. Da du mich aber direkt angesprochen hast, möchte ich darauf auch antworten. Was du beschreibst, kenne ich gut, obwohl es bei mir immer bestimmte Wörter waren, weniger einzelne Buchstaben.

Diese Schwierigkeiten lassen sich beim Nachbereiten mit sorgfältiger Entspannung und mentaler Einstimmung lösen. Natürlich kann es schon sein, dass man trotzdem mehrere Versuche braucht. Dann ist es wichtig, die Geduld zu haben, den Satz dann auch mehrmals flüssig zu sprechen, wenn er klappt, so dass das flüssige Sprechmuster die Oberhand gewinnt. Wie die Entspannung und Einstimmung genau aussieht, erfährt man am besten bei einem Ropana-Seminar. Ich weiss, die Antwort ist jetzt wahrscheinlich nicht sehr befriedigend, aber es ist eben sehr schwer, so was kurz und schriftlich rüberzubringen.

Was das Sätze merken angeht, ist nicht entscheidend, dass der Wortlaut exakt stimmt. Es kommt darauf an, dass man in der Nachbereitung eine Sprechsituation, also sozusagen "was will ich von wem", mit dem flüssigen Sprechen zu verknüpfen. Natürlich darf man mit diesem Argument in der Nachbereitung nicht schweren Wörtern aus dem Weg gehen. Stell dir einfach vor, du bist nochmal in der betr. Situation und sagst genau das, was dir unabh. vom Sprechen als das Beste erscheint.
Besser ist natürlich schon, wenn man den Satz noch genau weiss, weil man die Nachbereitung dann unmittelbarer mit einer konkret erlebten Situation verknüpft.

Wenn du noch mehr Fragen hast, kann ich nur sagen, überwinde dich und rufe Roland an. Ich wollte eigentlich meinen Seminarbesuch aus persönlichen Gründen absagen, er hat mir dann aber Mut gemacht und auf dieser Basis war es dann auch ein tolles Seminar für mich.


Gruß
Thomas


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