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 Betreff des Beitrags: Diplom-Heilpädagogin
BeitragVerfasst: Di Feb 25, 2003 12:12 am 
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Registriert: Fr Okt 11, 2002 12:01 am
Beiträge: 4
Eine Diplom-Heilpädagogin hat sich bei mir um eine Stelle als Sprachheilpädagogin beworben. Soweit mir bekannt ist, werden Diplom-Heilpädagogen von den Krankenkassen nicht zugelassen. Wer weiss mehr darueber? Noch eine Zusatzbemerkung: die Bewerberin hat ihr Diplom an einer Universitaet gemacht (nicht an einerFH).


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi Mär 12, 2003 3:53 pm 
Hallo,
ich gehe mal davon aus, dass die Bewerberin das Diplom von der Kölner Uni hat (soweit mir im Moment bekannt ist, die einzige Uni in Deutschland, die den Abschluss Dipl-Heilpädagogin "verleiht"). Wenn sie als Schwerpunkt Erziehung und Rehabilitation der Sprachbehinderten gemacht hat, gibt es in bezug auf die Anerkennung durch die entsprechenden Krankenkassen keine Probleme. Es gibt nur einige wenige, die Sprachheilpädagogen nicht anerkennen (z.B. Post BB A), aber diese Patienten könnte dann ja eine Kollegin/du selbst behandeln.
Weitere Informationen zu den Diplom-Pädagogen/Heilpädagogen der Uni mit entsprechendem Schwerpunkt findest du auch auf der Homepage des Bundesverbandes der Sprachheilpädagogen (www.dbs-ev.de)

P.S: Nicht der Abschluss ist also das Entscheidende, sondern die fachliche und menschliche Qualität!

Gruß Kirsten


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sa Mär 15, 2003 9:11 pm 
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Registriert: Fr Okt 11, 2002 12:01 am
Beiträge: 4
Hallo Kirsten!

Vielen Dank für Deine Antwort .
Eine kurze Anmerkung zu dem Satz: "Nicht der Abschluss ist also das Entscheidende, sondern die fachliche und menschliche Qualität!"
Für mich ist auch die fachliche und menschliche Qualität das Entscheidende. Leider sehen das die Krankenkassen nicht so. Vor ca. 2 Jahren wollte ich eine Dipl.Päd. mit Schwerpunkt "Sprachtherapie" einstellen und musste deswegen 5(!) Briefe an die AOK schreiben, damit die Kollegin mit mir arbeiten durfte. Immer wieder wurden neue Forderungen gestellt. Zum Beispiel sollte ich eine Kopie des Studienbuches (Attestate) senden, damit Art und Umfang des Gelernten überprüft werden konnte. Auch wollte die AOK eine Aufstellung nach Stunden: x Stunden Stimmtherapie, y Stunden Aphasiebehandlung, etc. Zuletzt musste ich einen Rechtsanwalt bemühen. Dann endlich klappte die Sache.
Im Laufe der Arbeit mit der Kollegin wurden aber auch Nachfragen von den Patienten gestellt: "Sind Sie eine richtige Logopädin?" Falls nicht, wollten sie lieber bei der "Chefin" zur Therapie. Irgendwie hat es der Verband der Logopäden geschafft die Logopäden als die "wahren" Therapeuten hinzustellen. Ich aergere mich auch darueber, dass in diversen Suchmaschinen nur Logopäden aufgenommen werden. Alle anderen Berufsgruppen, die ebenfalls zur Therapie zugelassen sind, werden ignoriert. Und dies wird sogar bei Suchmaschinen, bei denen der Eintrag nicht kostenpflichtig ist, so gehandhabt. Auch REHA-Einrichtungen (z.B. für Aphasiepatienten) geben ihren Patienten nach Abschluss der stationären Behandlung oft eine Liste mit Therapeuten in die Hand, auf der nur Logopäden aufgelistet sind (als mögliche Ansprechpartner für eine ambulante Folgetherapie). Meine ergänzenden Angaben, in denen alle zugelassenen Berufsgruppen verzeichnet waren, wurden nicht berücksichtigt. Ja, das ist leider keine Einzelerfahrung. Ich nehme an, dass der Konkurrenzkampf mit der sogenannten Gesundheitsreform in den nächsten Jahren noch härter wird. Jetzt schon ist es auffällig, dass nur noch "harte" Fälle eine Verordnung bekommen. Und es wird allgemein unterstellt, dass nur Logopäden in der Lage sind, die "eindeutig medizinisch" indizierten Krankheitsbilder behandeln können. Artikulationsstörungen, Sprachentwicklungsverzögerungen und Poltern werden als Grenzfälle betrachtet. Die Patienten bzw. die Eltern der betroffenen Kinder und Jugendlichen beklagen, dass die Ärzte mehr und mehr der Auffassung sind, dass die o.g. Diagnosen doch eigentlich "sozial" bedingt sind und aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen werden sollten. Diese Fälle gehören "in den Bereich der Pädagogik" und dort dürfen dann auch die Dipl. Pädagen und Heilpädagogen tätig sein - aber bitte nicht auf Kosten der Krankenkassen (das schlägt auf das kontollierte Budget bei den Ärzten --> Heil- und Hilfsmittelverordnung!). Noch vor einigen Wochen sagte mir ein Arzt am Telefon: Kinder mit Artikulationsstörungen und Sprachentwicklungsverzögerungen sollten in Einrichtungen der AWO, der Kirche oder in den Schulen betreut werden.

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[Dieser Beitrag wurde von Marseillia am 15.03.2003 editiert.]


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