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 Betreff des Beitrags: Sprachentwicklungsstörung
BeitragVerfasst: Do Feb 27, 2003 1:15 pm 
Hallo,
über einen Zeitungsartikel hab ich dieses Forum entdeckt und find es super. Vielleicht kann mir ja auch jemand weiterhelfen.

Mein Sohn ist jetzt 28 Monate alt und spricht 3 Worte (Mama, Papa, da). Vor einem Jahr war der Wortschatz um Oma/Opa reicher, dies ist allerdings wieder verschwunden. Er macht keinerlei Anstalten, Laute oder Wörter nachzusprechen, sondern brabbelt, weicht auf Zeichensprache und Geräusche aus, um sich verständlich zu machen. Der Kinderarzt hat mir auf meine Anfragen hin gesagt, ich sollte mal noch warten... für eine logopädische Behandlung wäre er zu klein. Der HNO-Arzt konnte keinen Hörfehler feststellen. Er hat auch kein geistiges Problem, versteht alles, reagiert, mischt sich auf seine Art in Erwachsenengespräche ein, etc. Meiner Meinung nach hat er Probleme mit der Sprachmotorik und kann deshalb keine gezielten Laute bilden.

Zur Vorgeschichte sollte ich vielleicht erwähnen, dass man davon ausgeht, dass er unter der Geburt einen leichten Sauerstoffmangel hatte. Die motorische Entwicklung war ebenfalls eingeschränkt und wir haben vom 8 Lebensmonat an gut ein Jahr lang Krankengymnastik nach Vojta mit ihm gemacht. Die motorischen Schwierigkeiten sind jetzt seid dem letzten Sommer komplett behoben. Nun sagt mir jeder, den ich bisher gefragt habe (Kinderarzt, Logopädin), dass bei einer motorischen Verzögerung auch die Sprachentwicklung erst verzögert einsetzt. Aber in meinen Augen müsste doch nach einem 3/4 Jahr ein Vorwärtskommen erkennbar sein.

Er war schon immer sehr ruhig, selbstzufrieden und sensibel und da sagte mir auch schonmal der Arzt, dass er evtl. durch das Geburtserlebnis, durch eine Impfung, ein Erlebnis, eine Art Trauma erlebt hat, welches nun die Sprachentwicklung blockiert.

Meine Frage ist eigentlich, was kann ich weiter tun, um ihm zu helfen? Ist es für eine Sprachförderung in welcher Form auch immer wirklich noch zu früh? Welche Untersuchungsmethoden gibt es? Ist es wirklich richtig, derzeit einfach nur abzuwarten? Geht dadurch nicht wertvolle Zeit verloren?

Am frustrierendsten ist eigentlich, dass mir als Mutter das Gefühl vermittelt wird, dass ich überbesorgt reagiere und aus einer Mücke einen Elefanten mache, nach dem Motto "nun warten sie doch einfach mal, jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell" ... dabei kann er von mir alle Zeit der Welt haben, wenn er sie braucht, ich möchte nur nicht den richtigen Zeitpunkt verpassen und mir im nachhinein Vorwürfe machen, nicht rechtzeitig genug reagiert zu haben.

So, langer Text :-). Danke für eure Hilfe!
Claudia


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do Mär 06, 2003 12:52 am 
Ich empfehle einen Fachartikel, den ich gerade aufgestöbert habe, der den derzeitigen Kenntnisstand von Erkennen und Behandeln von Entwicklungsstörungen wiedergibt. Hier wird deutlich für eine frühe Intervention plädiert. Zudem wird erläutert was für die Wahl der Interventionsart wichtig ist. (fachübergreifend, individuelle Lösungen, Eltern als Co-Thearpeut, enger Kontakt des Arztes/Therapeuten mit Eltern, Erziehern/Pädagogen, Bezugspersonen)
Der Autor verspricht sich Erfolg von Behandlung oder Förderung nur, wenn der Arzt über "...UMFANGREICHES WISSEN über die Konzepte, die Praxis, die Vorzüge und die Nachteile der von ihnen empfohlenen Maßnahmen..." verfügt.
Daher vielleicht nochmal einen Spezialisten fragen.

Viel Erfolg

Und hier der komplette Aufsatz: http://www.kize.de/5-downloads/publikation09.pdf

(Autor: Prof. Dr. Dieter Karch, Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie, Maulbronn)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do Mär 06, 2003 7:55 am 
Danke! Da werd ich mir in der nächsten ruhigen Minute den Artikel durchlesen.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do Mär 06, 2003 1:45 pm 
Nochmals danke dir für den Hinweis auf den Artikel, den ich mir gerade durchgelesen und soweit auch verstanden habe. Für mich bleibt allerdings noch ein bißchen die Frage offen, an wen wende ich mich jetzt weiter? Wo finde ich den Spezialisten, den ich suche, der mir zuhört und entsprechend dem neuesten Stand der Forschung weiterhilft. Ich glaube, als nächstes werde ich beim Kinderarzt auf eine Überweisung ins sozialpädiatrische Zentrum drängen. Dass ist vielleicht der nächstbeste Schritt zum Spezialisten.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Fr Apr 25, 2003 4:08 pm 
Hallo!
Ich bin zwar keine Mutter aber Logopädin und kann ihre Sorgen daher gut nachvollziehen, da auch ich schon einige, zum Glück! besorgte, engagierte und interessierte Mütter mit sehr jungen Kindern von 1,5 bis 3 Jahren als Patienten kennengelernt habe.
Ihr Kind ist keinefals zu jung für eine logopädische Therapie, sie können in jedem Fall beraten werden und es können ihnen erste sprachfördernde Methoden vermittelt werden, außerdem kann auch in diesem Alter bereits eine Mundbehndlung falls notwendig zur Förderung der Motorik und Wahrnehmung durchgeführt werden.
Ich würde ihnen in jedem Fall raten, sich an einen Pädaudiologen zu wenden ( Facharzt für Hörtestungen im Kindesalter) um eine Hörschädigung einwandfrei auszuschließen und auf eine Verordnung für logopädische Beratung und Diagnostik drängen!
Viele Grüße Maria


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