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BeitragVerfasst: Do Mär 29, 2012 9:54 pm 
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Registriert: Do Aug 17, 2006 8:46 pm
Beiträge: 115
Wohnort: Pfaffenhofen
Vor über 20 Jahren habe ich die manuelle Gelenk- und Wirbelkorrektur nach Dorn gelernt und bilde nun schon ein Dutzend Jahre darin aus. Schon anfangs fällt Dir in der Stadt jeder auf, wie er läuft. Ob er humpelt oder schlurft. Ob ein Bein weiter nach außen gedreht ist. Ob eine Schulter niedriger ist. Ja, ich schaute, ob die Ohrläppchen gleich hoch stehen usw.
Wenn ich dann Patienten aus einer med. Praxis herauskommen sehe und mir durch den Kopf schießt: "Wenn sie so hineingegangen wären - aber wie kann man sie so wieder herauslassen?" wurde mir deutlich bewusst, dass lat. patiens = der Leidende heißt. Der sich Erholende, wieder zu Kräften kommende hieße reconvalescens, aber von so etwas redet man bei uns nicht.
Wie ist das mit den anderen Therapeuten? Wie kommt man aus der Sprachtherapie heraus? Hat man dort seinen Helfer nur Kraft gekostet oder hat er für beide einen neuen Kraftstrom aufgespürt und erschlossen? Wenn ich sehe, wie lange sich von Sprechproblemen betroffene Menschen quälen lassen und selbst quälen, oft noch mit Zunahme der Problematik, dann frage ich mich: Sind Sprechtherapeuten glücklich? Richtet es sie auf, dass sie mit Betroffenen AUFleben? Oder geht es immer so dahin?
Erfolg erfolgt. Was aber erfolgt bei der Sprachtherapie?
Vor 30 Jahren besuchte ich als Sprachheillehrer Kinder in den Volksschulen des Landkreises. Man wollte mir - nach alter Erfahrung - jede Viertelstunde ein anderes schicken. Da hätte ich gerade richtig Grüß Gott und Aufwiedersehen sagen können; das reicht ja noch nicht mal, um warm miteinander zu werden. Zum Glück hörte man damals langsam auf, in Sprechproblemen nur ein technisches Problem zu sehen. Ich nahm alle Kinder die zwei Stunden zusammen, damit das LEBEN eine Chance hat. Heute würde ich gleich in die Klassen gehen, damit alle anderen auch wenigstens soviel dazulernen, dass es zum Lernerfolg der Betroffenen dazu passt.
Therapeuein heißt pflegen, verehren. Es achtet aber keiner, was er verehrt und pflegt. Immer geht es nur um die Symptome und Syndrome und die zugehörigen Syndromedare. Ich pflege und verehre nur Kräfte & Talente, besonders wenn sie es brauchen. Ich riskiere was für die Kräfte, denen sie nichts zutrauen. Risiko für Leben erfüllt mit Leben.
Mich tät schon interesseieren - noch dazu in einem Forum der Sprachheilarbeit - was Sprachtherapeuten so riskieren und wovon sie glücklich werden.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe


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