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 Betreff des Beitrags: Wie wär´s mit Abstottern?
BeitragVerfasst: So Apr 17, 2011 3:08 pm 
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Wenn man sich Waschmaschinen kauft und die Raten dafür abstottert, wieso sollte das mit dem Stottern nicht auch gehen?
Solange das Stottern nicht ganz bezahlt ist, gehört es einem ja nicht. Wer aber hat seine Rechnung mit dem Stottern schon je ganz beglichen? Man weiß, dass man noch Schulden hat, und mit den Schuldgefühlen akzeptiert man, dass das Stottern - und die, die dahinterstecken - mit einem machen, was sie wollen.
Der Lehrer, der einen erniedrigt hat, der Vater, der einen ungerecht bestraft hat, die Mutter, die einen im entscheidenden Augenblick nicht verstanden hat, der große Junge aus der Nachbarschaft, der einen verprüglet und ausgelöcht hat,...... sie alle sind oft schon Jahre nicht mehr da, haben aber noch immer den entscheidenden Einfluss. Und man kommt gar nicht auf die Idee, ihnen die Macht abzusprechen. Man handelt immer noch so, als würde man gerade von ihnen erpresst und könne nicht anders.
Ja, man stöhnt und windet sich vor Qual und sucht krampfhaft nach anderen, die mit einem mitleiden, damit man sich beim inzwischen gewohnten Leiden nicht so einsam fühlt. Würde man mit dem Leben überhaupt fertig, wenn plötzlich das Stottern nicht mehr da wäre???
Stottern ist erworben. Und man bezahlt dafür sein Leben lang. Mehr als es wert ist. Mehr als es kostet. Nur weil man sonst plötzlich ganz ohne Stottern [b]mit sich allein wäre und Angst vor sich selber hat.
Man kennt sich ja gar nicht. Ist sich nie wirklich begegnet. Immer nur als Stotterer verkleidet. Die anderen kennen einen ja auch nur als Stotterer! Würden die einen wirklich wiedererkennen, wenn man als man selbst kommt? Würden die noch mit einem reden? Was passiert, wenn die einen plötzlich ernst nehmen! Darauf ist man ja gar nicht vorbereitet! Da müsste man ja wieder ganz von vorne anfangen!
Irgendwann sollte aber doch mal genug sein.
Wie wäre es, wenn Du Dir eine Spardose hinstellst und einen Betrag drauf schreibst, meinetwegen: 250 €. Wenn der drin ist, ist das Stottern abgestottert und dann gehört es zu 100% Dir.
Dann kannst Du damit machen, was Du willst.
Dann hast Du zu 100% die Verantwortung und kannst Dich nie wieder auf jemand anderes oder etwas anderes berufen.
Dann bist Du der Chef und hast eine Stimme, zu bestimmen. Dann gilt Deine Stimme und nicht all die vielen Stimmen, nach denen Du jetzt Dein Fähnlein im Wind ausrichtest.
Ich freue mich auf Deinen Erfolg.
Franz Josef Neffe[/b]


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo Apr 18, 2011 11:51 pm 
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Tja, scheint 'ne nette Idee zu sein, lieber Franz-Josef ...

Doch eins verstehe ich nicht ... folgender Satz:
F.J. Neffe hat geschrieben:
Wie wäre es, wenn Du Dir eine Spardose hinstellst und einen Betrag drauf schreibst, meinetwegen: 250 €. Wenn der drin ist, ist das Stottern abgestottert und dann gehört es zu 100% Dir."

Versteh ich nicht, wenn das Stottern nicht mir gehört, warum soll ich dann dafuer zahlen, wenn ich's eigentlich auch noch loswerden will??
Und warum gehört es mir dann am Ende? ... die meisten wollen's doch gar nicht mal haben ;)
Verstehe ich nicht ...

Habe ich da etwas missverstanden ... ach, im Übrigen ... ich kam auch ohne "finanzielles Abstottern" zu Rande ;) ... leb's einfach aus, lach drüber, mach was draus ... in diesem Sinne, Micha.

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 Betreff des Beitrags: Leben
BeitragVerfasst: Sa Apr 30, 2011 9:17 pm 
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In den nächsten drei Zeilen habe ich doch die Antwort auf diese Möglichkeit schon gegeben.
Klar: ausleben, lachen drüber und was aus seinem Leben machen, das ist der Sinn (ahd. "sinan = der Weg") des Lebens. Fein, dass Du so einen Weg gehst!
Franz Josef Neffe


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 Betreff des Beitrags: Re: Leben
BeitragVerfasst: So Mai 01, 2011 1:53 pm 
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F.J.Neffe hat geschrieben:
Klar: ausleben, lachen drüber und was aus seinem Leben machen, das ist der Sinn (ahd. "sinan = der Weg") des Lebens. Fein, dass Du so einen Weg gehst!

Danke für den Hinweis mit "sinan"/Weg ...

Dein "Fein, ..." klingt allerdings etwas lehrerhaft ;)
Um's abgewandelt mit Simone de Beauvoir zu sagen, verbandelt mit einer Inspiration eines befreundeten "Rollis" (= "ein im Rollstuhl Fahrender"):
"Stotternde sind keine Behinderten, sondern werden zu solchen gemacht."

Doch ich gehe mal davon aus, dass du Menschen, auch Stotternden, auf gleicher Augenhöhe begegnen kannst ;)

Michael Winkler.

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BeitragVerfasst: Mo Mai 02, 2011 3:53 pm 
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Ich sehe sogar sehr gerne zu meinen Mitmenschen auf. Stell Dir mal vor, Dir geht es schlecht und dann setze ich mich Dir zu Füßen, um zu Dir aufschauen zu können, und sage Dir das, was ich sehe: "Ui, bist Du groß!" Wie fühlt sich sowas an? Habe ich übrigens von einem sehr liebenswerten Jungen bei meinem Vortrag anlässlich einer Jahresversammlung der Österr. Stotterer-Selbsthilfegruppen gelernt.
Wörtlich - in der neuen Ich-kann-Schule benutze ich stets ein Herkunftswörterbuch - ist der Lehrer ja der, der im Lernen mit mitreißendem Beispiel vorausgeht; ich bin gerne Lehrer. Dabei habe ich unter anderem entdeckt, dass die existentiellen Entscheidungen unseres Lebens nicht auf der Ebene von Mühe und Plage fallen sondern auf der höchsten Ebene bei den feinsten geistigen und seelischen Kräften. Solange es da nicht stimmt, erreichst Du mit allem Kraftaufwand nur das Gegenteil.
Wenn Du aber mit Deinen entscheidenden feinen Lebenskräften fein umgehst, hast Du alle Chancen, dass es Dir (und ihnen) gut geht. Wenn ich dann so etwas miterleben darf, ist das doch ein Grund zur Freude.
Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe


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BeitragVerfasst: Di Mai 03, 2011 10:13 am 
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F.J.Neffe hat geschrieben:
Ich sehe sogar sehr gerne zu meinen Mitmenschen auf. Stell Dir mal vor, Dir geht es schlecht und dann setze ich mich Dir zu Füßen, um zu Dir aufschauen zu können, und sage Dir das, was ich sehe: "Ui, bist Du groß!" Wie fühlt sich sowas an?

Unterwürfig vielleicht???? ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Habe ich übrigens von einem sehr liebenswerten Jungen bei meinem Vortrag anlässlich einer Jahresversammlung der Österr. Stotterer-Selbsthilfegruppen gelernt.

Was konkret hast du von ihm gelernt???

F.J.Neffe hat geschrieben:
Wörtlich - in der neuen Ich-kann-Schule benutze ich stets ein Herkunftswörterbuch - ist der Lehrer ja der, der im Lernen mit mitreißendem Beispiel vorausgeht; ich bin gerne Lehrer. Dabei habe ich unter anderem entdeckt, dass die existentiellen Entscheidungen unseres Lebens nicht auf der Ebene von Mühe und Plage fallen sondern auf der höchsten Ebene bei den feinsten geistigen und seelischen Kräften. Solange es da nicht stimmt, erreichst Du mit allem Kraftaufwand nur das Gegenteil.
Wenn Du aber mit Deinen entscheidenden feinen Lebenskräften fein umgehst, hast Du alle Chancen, dass es Dir (und ihnen) gut geht. Wenn ich dann so etwas miterleben darf, ist das doch ein Grund zur Freude.

Jeder Mensch ist unterschiedlich seelisch entwickelt. Was für den einen gut ist, muss es für den anderen nicht sein.
Prinzipiell erahne ich, worauf du hinaus willst, doch das kann man nur praktisch beurteilen ... da sind die Grenzen einer Internetkommunikation erreicht. Worte sind das eine, Taten das andere. Ich schaue mir an, wie Menschen was machen.

F.J.Neffe hat geschrieben:
Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe

Ich auch, Michael Winkler.

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BeitragVerfasst: Di Mai 03, 2011 6:40 pm 
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Unterwürfig ist wer unterworfen ist.
Man kann auch souverän zu jemand aufschauen, da ist man nicht unterworfen. Alle tun das bei Leuten, die in der Hierarchie über ihnen stehen. Wie Du an meinem Beispiel siehst, trau ich es mich auch bei Menschen, die in der Hierarchie unter mir stehen.
Nun überleg einmal selbst, was man genau dadurch lernen kann!
Probier es aus, fühle rein und schau es Dir an!
Ich wähle nicht Schablonen für unterschiedliche seelische Entwicklung aus, ich achte jeden, der sich selbst nicht genug achtet, höher als er. Überlege selbst, was das bewirkt! Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi Mai 04, 2011 12:18 am 
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F.J.Neffe hat geschrieben:
Unterwürfig ist wer unterworfen ist.

Oder wer sich selbst unterwirft ?

F.J.Neffe hat geschrieben:
Man kann auch souverän zu jemand aufschauen, da ist man nicht unterworfen. Alle tun das bei Leuten, die in der Hierarchie über ihnen stehen. Wie Du an meinem Beispiel siehst, trau ich es mich auch bei Menschen, die in der Hierarchie unter mir stehen.

Mach mal dein Ding ... irgendwann kommst du auch von den Hierarchien weg, Franz Josef ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Nun überleg einmal selbst, ...

Wird gemacht, Herr Lehrer ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
... was man genau dadurch lernen kann!
Probier es aus, fühle rein und schau es Dir an!

... ich probier's gerade aus und schau es mir an ...

F.J.Neffe hat geschrieben:
Ich wähle nicht Schablonen für unterschiedliche seelische Entwicklung aus, ich achte jeden, der sich selbst nicht genug achtet, höher als er.

Ein Problem hast du jedoch, Franz Josef ... woher weißt du denn, dass der andere sich geringer einschätzt als du es denkst?

F.J.Neffe hat geschrieben:
Überlege selbst, was das bewirkt!

Missverständnisse? Therapie am eigentlichen Ziel vorbei? Therapie für den Therapeuten? ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe

Ich auch.
Michael Winkler.

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BeitragVerfasst: Mo Mai 09, 2011 1:41 pm 
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Was ich konkret meine, Franz Josef, steht auf deiner Homepage ;)

Bild

Alles weitere im Artikel Das Therapeutenproblem.

Ich grüße freundlich ;)

Michael Winkler.

PS: Graphik reinsetzen klappte nicht, kopier's einfach oder klicke auf das "hier" unten drunter.
PS2: kleine Korrekturen, 14.05.2011

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