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BeitragVerfasst: Mo Mär 01, 2010 10:02 pm 
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Liebe Sprech- und Sprachtalente,

mit vielen wichtigen und besonders feinen Talenten meiner Persönlichkeit habe ich auch Euch mein ganzes Leben lang geradezu sträflich vernachlässigt. Ja, schon als Kind bin ich mit Euch ausgelacht worden. Ich habe mich geschämt wegen Euch, ich habe mich nicht auf Eure Seite gestellt. Ich habe mich immer nur um die Talente angenommen, mit denen ich was hermachen konnte; die habe ich gestärkt und gepflegt, die habe ich trainiert. Euch habe ich verhungern und verkommen lassen. Ich stehe in Eurer Schuld, drum habe ich mich auch ein Leben lang unbewusst schuldig gefühlt.
Eigentlich hättet Ihr bei dieser Vernachlässigung meinerseits in den Totalstreik treten müssen, doch Ihr habt mich nie wirklich im Stich gelassen. Bis heute dient Ihr mir aber und bringt mich immer wieder über die Runden, obwohl ich dies für mein Verhalten nicht verdient hätte.
Ich möchte um Verzeihung bitten für alle meine Fehler Euch gegenüber. Und ich bitte Euch um Hilfe, dass ich Euch schnell wesentlich besser und feiner verstehen lerne. Ich will Euch nicht weiter so stur ignorieren sondern sorgsam mit Euch umgehen und auf Eure Signale achten.
Ich weiß, dass es meine vornehmste Pflicht ist, mich klar auf Eure Seite zu stellen und nichts auf Euch kommen zu lassen. Ich erkenne, dass es meine Aufgabe ist, Euch zu stärken und zu pflegen und an Euch bedingungslos zu glauben: zuerst kommt Ihr und dann kommt lange nichts und dann mögen die Theorien kommen, für die ich meine Kräfte bisher so sinnlos verbraucht habe. Euch wären diese Kräfte zugestanden! Euch habe ich sie vorenthalten und dadurch Euch wie mich geschwächt! Ich will künftig darauf achten, meine Energie nur Euch zuzuführen. Ich enthalte meine Kräfte künftig all den Problemen und Fehlern, die ich in meiner Verblendung allein beachtet habe, vor und gebe sie an Euch, meine geliebten Talente, die mir geschenkt sind um das Leben erfolgreich zu bewältigen.
Je genauer ich mich mit Euch befasse, je tiefer ich mich in Euch einfühle, umso erstaunter erkenne ich, welche Schätze meines Lebens Ihr seid. Wie konnte ich solche Schätze solange missachten? Ich erstaune über der Großartigkeit, die mir bei Eurer Betrachtung aufgeht. Ich erstaune, wie ihre Euch belebt, wenn ich gut von Euch denke und spreche. Mit Hingabe will ich gut von Euch denken und sprechen! Ich spüre Eure wachsende Kraft und ich spüre das Glück, das darin liegt, Euch zu stärken. Ich spüre, wie Euch mein Glaube an Eure Güte aufrichtet. Ich erlebe und verstehe endlich, dass Euer Glück mein Glück ist. Und dass ich vor allem dafür mit Geist und Stimme begabt bin, um Euch Glück zuzudenken und zuzusprechen.
Ihr, die ich in der Vergangenheit so schlecht erkannte hatte, seid mein Glück. Ihr entfaltet Euch für mich, wenn ich Euch dies zuspreche. Ihr wachst für mich, wenn ich die Lebensenergie nicht von Euch fort sondern zu Euch hin leite. Ihr seid schön und wunderbar, meine lieben Talente! Endlich verstehe ich, was ich an Euch habe. Endlich habe ich erkannt, dass ich Euch in diesem Leben gar nicht genug achten und bewundern, schätzen und lieben kann. Ohne Euch wäre mein Leben nichts und Ihr zeigt mir beständig, wie ich mit diesem Leben umgehe. Ihr zeigt mir durch Euer Sein, ob ich dem Leben gerecht werde oder ob ich ihm ungerecht begegne. Wie lange habe ich mich doch schwer gegen das Leben verfehlt!
Euch alle, meine lieben Talente, bitte ich, mich zu leiten, dass ich achtsam mit Euch, den Geschenken des Lebens, umgehe. Ihr seid die gute Zukunft meines Lebens. Ihr wachst für mich, wenn ich Euch gebe, was Ihr zum Wachsen braucht. Ich möchte Euch alle bitten, meine Freunde zu werden. Es ist mir eine hohe Ehre, Euch zu Freunden zu haben und ich will Euch nun zeitlebens alle als gute Freunde behandeln. Ich glaube an Euch, meine lieben Talente, und ich bitte Euch, mit mir diese Welt zu verändern. Gemeinsam schaffen wir es. Ich danke Euch.

Franz Josef Neffe

_________________
Immer wenn ich nichts im Kopf habe, ist die Gefahr besonders groß, dass mir was einfällt.
FJN


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BeitragVerfasst: So Aug 01, 2010 12:03 pm 
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Netter Text, Franz Josef ...

... auch wenn ich das Wort "Schuld" eher durch das Wort "Verantwortung" treffend beschrieben sehen würde.
Gibt es Schuld überhaupt? Macht Schuld nicht passiv? So wie "kann ja eh nichts machen"?

Eine Betrachtung dieser Art würde jedem stotternden Menschen helfen, denke ich ... auf ganz individuelle Art und Weise freilich, also da kann auch etwas völlig anderes rauskommen als bei dir, klar. Die (Selbst-)Betrachtung ist wichtig.

Ich hab meine "Liebeserklärung" auch mal zusammengefasst ... allerdings als Gedicht ... "Stotter dich frei" - http://ob-winkler.com/gedichte#stottern

PS: 04.08.2010 ... RS korrigiert


Zuletzt geändert von michael13 am Mi Aug 04, 2010 8:04 am, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: Di Aug 03, 2010 9:26 pm 
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Schuld schließt Verantwortung nicht aus sondern ein, Michael. Es sind aber zwei paar Stiefel. Wir sollten lernen, beides nicht zu verwechseln, und auch, nicht immer Unbequemes unbesehen wegzuschieben und statt des Sein-Problems ein Schein-Problem zu lösen.
Konkret: Wenn ich Dir 10 € schulde, wirst Du wohl nicht zufrieden sein, wenn ich Dir sage: "Ich verantworte das." Ich käme von mir aus, wenn ich Dir 10 € schuldete, nicht auf die Idee, dass ich da nichts machen kann.
Wenn wir nur endlich genau hinschauen lernen, dann sehen wir, dass die Lösung unserer Probleme alles andere als schwer ist. Wir brauchen fast keine Kraft dafür, aber wir brauchen ein besseres Verhältnis zu den Kräften in uns, die für die Lösung zuständig sind. All die üblichen Alibifleißaufgaben und Quälereien können wir uns sparen.Nicht wir sind für die Lösung zuständig sondern unsere feinsten Kräfte: die, mit denen wir immer so grob umgehen.
Sich freistottern, das finde ich eine interessante Idee. Vorziehen würde ich der Einfachheit halber aber: Sprich Dich frei für´s frei Sprechen!
Ich wünsche guten Erfolg.
Franz Josef Neffe


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BeitragVerfasst: Mi Aug 04, 2010 8:47 am 
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F.J.Neffe hat geschrieben:
Schuld schließt Verantwortung nicht aus sondern ein, Michael. Es sind aber zwei paar Stiefel. Wir sollten lernen, beides nicht zu verwechseln, und auch, nicht immer Unbequemes unbesehen wegzuschieben und statt des Sein-Problems ein Schein-Problem zu lösen.

Jein, Franz Josef, würde ich sagen ;-)
Hängt davon ab, was du unter Schuld verstehst.

Ich als "sozialisierter Atheist" (als "Ossi" halt :)), der ab seinem ca. 20-25. Lebensjahr sich intensiver mit Themen wie Gott (Göttin ;-)), Glauben, Religion, Spiritualität etc. beschäftigt hat, empfinde das Wort "Schuld" als Last ... und zwar als Last, gegen die ich nichts, aber auch gar nichts machen kann.
Und gegen Dinge, gegen die ich nichts machen kann, brauche ich auch nichts machen, weil sie nicht - bzw. vielmehr nicht mehr - von mir beeinflusst werden können.
Ich brauche mich nicht um überholte Bilder, was Stottern ist und wie es Menschen gesehen und behandelt haben, kümmern ... bestenfalls und allerhöchstens, um zu verstehen, wohin die jahrelange, ja jahrhundertlange Unwissenheit geführt hat.

Schuld hat etwas mit der Vergangenheit zu tun, eine Beschäftigung damit kann nur passiv machen. Aktiv werden kann ich, wenn ich die Verantwortung - primär für meine eigene Zukunft - erkennen lerne.

Und dann praktisch - in der Gegenwart - umsetze.

F.J.Neffe hat geschrieben:
Konkret: Wenn ich Dir 10 € schulde, wirst Du wohl nicht zufrieden sein, wenn ich Dir sage: "Ich verantworte das." Ich käme von mir aus, wenn ich Dir 10 € schuldete, nicht auf die Idee, dass ich da nichts machen kann.

Wiederum "Jein", mit Tendenz zum "Nein".

Gelddinge sind quantitative Angelegenheiten, und so gar nicht "fein" (im Sinne deiner Wortwahl im nächsten Abschnitt).
Geld ist eine materielle Sache, materieller geht's gar nicht.

Materielle Dinge können geistige (mentale) und psychische Abhängigkeiten schaffen, das stimmt.

Wer sich Geld leiht, sollte vorher überlegen, ob er oder sie das Geld auch zurückzahlen kann und will. Mitunter weiß man es nicht, ob man es wirklich kann; manche wissen schon, dass sie es nicht können werden, wieder andere wollen es auch gar nicht...
Das sind Grundlagen jedes Kreditgespräches bei der Bank – und meistens entscheiden da ganz andere Faktoren.
Mal abgesehen von diversen Milliarden-Bankenhilfen, wo die Beteiligten schon vorher wissen, dass ein Rückzahlen illusorisch ist und man auf etwas ganz anderes spekuliert - dem Verfall einer Währung :) ... so wie das momentan der Fall ist (meine Sicht)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Wenn wir nur endlich genau hinschauen lernen, dann sehen wir, dass die Lösung unserer Probleme alles andere als schwer ist. Wir brauchen fast keine Kraft dafür, aber wir brauchen ein besseres Verhältnis zu den Kräften in uns, die für die Lösung zuständig sind. All die üblichen Alibifleißaufgaben und Quälereien können wir uns sparen.Nicht wir sind für die Lösung zuständig sondern unsere feinsten Kräfte: die, mit denen wir immer so grob umgehen.

Hmmm, "Jein" bis "Könnte man so sagen" ;-)

Prinzipiell sind wir es, die "unsere feinen Kräfte" - wie du sie nennst - beeinflussen können. Insofern würde ich das nicht getrennt betrachten wollen. Wir haben nur noch nicht gelernt, sie auch ausreichend zu nutzen ... häufig, weil wir uns ihrer Existenz nicht bewusst sind.
Früher haben Menschen auch geglaubt, dass die Erde eine Scheibe war ... naja, warum sollte es nicht heute auch diverse Irrtümer geben? :)

Ansonsten stimme ich mit dir überein, dass vieles unnütze Zeitverschwendung ist. Andererseits braucht man das vielleicht manchmal auch, um zu erkennen, dass es eben unnütz ist. Keiner wird sofort als perfekter Mensch geboren :)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Sich freistottern, das finde ich eine interessante Idee. Vorziehen würde ich der Einfachheit halber aber: Sprich Dich frei für´s frei Sprechen!

Ich nehme an, dass du kein vom Stottern direkt Betroffener bist, Franz Josef ... Richtig?
Wenn ja, kannst du das gern für dich so sehen ... mir geht's um was anderes.

Mal abgesehen davon kann man "sich frei sprechen" auch als "sich von Verantwortung freisprechen" oder meinetwegen auch "sich von Schuld freisprechen" (um das von dir gewählte Wort "Schuld" nicht ganz unter den Tisch fallen zu lassen :)) interpretiert werden ... was unter Umständen wieder "nach hinten losgehen" würde.

Also, ich persönlich spreche mich von Schuld durchaus frei, jedoch nicht von Verantwortung :) ... Alles klar?

F.J.Neffe hat geschrieben:
Ich wünsche guten Erfolg.
Franz Josef Neffe

Danke, werde ich haben und wünsch ich dir auch.

Micha.


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 Betreff des Beitrags: Ein klares Jein
BeitragVerfasst: Mi Apr 13, 2011 7:43 pm 
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Nun ja, Henry Ford würde dazu kurz bemerken: Wenn Du meinst, dass man was machen kann, hast Du Recht. Wenn Du meinst, dass man nichts machen kann, hast Du auch Recht.
Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo Apr 18, 2011 11:06 pm 
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Naja, ausgerechnet Henry Ford ;)

Man kann dieses von dir erwähnte Zitat ja mal rein der Sache wegen betrachten. Entweder man tut etwas oder eben nicht, Gründe dafür oder dagegen finden sich immer - was anderes sagt, die Spruch ja nicht aus, würde ich meinen - ist eine persoenliche Entscheidung.
Genauso wie Henry Ford offenbar einen (un)"gesunden" Antisemitismus pflegte ;)
Da passte sein Spruch ... "Wenn Du meinst, dass man was machen kann, hast Du Recht. Wenn Du meinst, dass man nichts machen kann, hast Du auch Recht." ... auch wunderbar.

Naja, zurück zum Thema ...

Ich frag mal anders herum - ich weiß nicht, ob ich diese Frage schon mal gestellt habe:
Empfiehlst du deinen Patienten/Kunden/Klienten etc., dass sie das Stottern akzeptieren sollten, um etwas verändern zu können?

Viele Grüße, Micha.

_________________
:) :) :) www.lebe-dein-stottern.de :) :) :)


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BeitragVerfasst: Sa Apr 30, 2011 9:09 pm 
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Akzeptieren bedeutet annehmen.
Das Stottern zeigt mir, dass es den Sprachtalenten/kräften schlecht geht.
Wie würde es auf Dich wirken, wenn Du so ein Sprachtalent wärest und zusehen müsstest, wie ich das Stottern annehme?
Bei mir geht es nicht um das Problem sondern um die Lösung.
Ich begegne dem Stottern durchaus respektvoll; weist es mich doch auf die Not der für die Lösung zuständigen Kräfte hin. Das Stottern ist ein Wegweiser. Wegweiser weisen immer von sich weg. Ich sehe es als Fehler an, dass sich in den Sprachtherapien meist alles ständig um den Wegweiser dreht.
Ich würde mich also schon grundsätzlich nicht weiter um das Stottern kümmern; ich sehe mich auch für Stottern nicht zuständig.
Etwas verändern kann der Betroffene nur mit seinen Kräften. Die zu akzeptieren wäre klug. Und sie zu entwickeln und bestens mit ihnen zu kommunizieren und mehr desgleichen.
Mit Empfehlungen bin ich sparsam. Wenn ich jemand helfen möchte, sollte ich wenigstens eine Lösung berichten können. Wenn die interessanter ist als das, was der Betroffene bisher kennt, erübrigt sich jede Empfehlung. Wenn ich kein einziges Lösungsbeispiel kenne, erreiche ich mit Empfehlungen eher das Gegenteil.
Vielen erzähle ich so ein Beispiel einfach wenn sie am Telefon oder bei einer Begegnung mich fragen. Da sind sie keine Patienten (=Leidende), Klienten (=Hörige) oder Kunden. Im Grunde sind unsere Lebensprobleme immer menschliche Probleme; als Menschen kommen wir der Lösung am besten nahe.
Ich bin einfach aufgrund meiner vielen ErLEBnisse grundsätzlich von dem reichen Schatz an Talenten in jedem Menschen begeistert, und natürlich möchte ich es genießen können, dass es allen diesen Talenten gut geht - einfach weil das gut tut.
Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe


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BeitragVerfasst: So Mai 01, 2011 2:13 pm 
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F.J.Neffe hat geschrieben:
Akzeptieren bedeutet annehmen.

Genau ... nicht nur im Herzen (allerdings), sondern auch im Kopf ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Das Stottern zeigt mir, dass es den Sprachtalenten/kräften schlecht geht.

Schlecht?? ... ich denke, es könnte ihnen und somit einem selbst "besser" gehen ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Wie würde es auf Dich wirken, wenn Du so ein Sprachtalent wärest und zusehen müsstest, wie ich das Stottern annehme?

Hmm, vielleicht besser ;)
Annehmen ist für mich der Sprung von der Integration zur Inklusion.
Stotternde sind Teil der Gesellschaft, genau wie Homosexuelle, Linkshänder, Muslime, "Neger" (ich überspitze mal) oder Frauen ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Bei mir geht es nicht um das Problem sondern um die Lösung.

Für eine Lösung, sollte man sich erst einmal über das eigentliche Problem klar werden, oder? ;)
Meine Sichtweise - aus dem Jahr 2009, mittlerweile etl. erweitert (?), kannst du unter Was ist eigentlich das Problem beim Stottern? nachlesen

F.J.Neffe hat geschrieben:
Ich begegne dem Stottern durchaus respektvoll; weist es mich doch auf die Not der für die Lösung zuständigen Kräfte hin. Das Stottern ist ein Wegweiser. Wegweiser weisen immer von sich weg. Ich sehe es als Fehler an, dass sich in den Sprachtherapien meist alles ständig um den Wegweiser dreht.

Vermutlich sprichst du vom sog. "defizitären Ansatz", sprich "Was kann er oder sie nicht ... daran müssen wir arbeiten .. und arbeiten ... und arbeiten ..." :) ... Oder?
Ja, Stottern ist ein Wegweiser ... nur eben für alles mögliche (was es zu entdecken gilt), nicht nur der sprachliche Aspekt. Das ist für mich das Hauptproblem der Therapien ... evtl. auch deiner?!?!

F.J.Neffe hat geschrieben:
Ich würde mich also schon grundsätzlich nicht weiter um das Stottern kümmern; ich sehe mich auch für Stottern nicht zuständig.

Wenn du das so "grundsätzlich" sehen solltest, was machst du dann in diesem Forum ??? ;)

F.J.Neffe hat geschrieben:
Etwas verändern kann der Betroffene nur mit seinen Kräften. Die zu akzeptieren wäre klug. Und sie zu entwickeln und bestens mit ihnen zu kommunizieren und mehr desgleichen.

Sehe ich ähnlich ... doch zu diesen Kräften gehrt m.E. auch die Auseinandersetzung mit jenen, die mit dem Stottern verbunden sind. Womit ich wieder bei den Wegweisern wäre.

Der Rest kommt evtl. später ... danke für den Hinweis mit "Patient" & "Klient" - hat mir geholfen ;)

Micha(el Winkler)

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 Betreff des Beitrags: Mit sich selbst EINS werden
BeitragVerfasst: Mo Mai 02, 2011 3:42 pm 
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Du siehst doch, was ich hier mache. Und wenn Du ganz genau hisnchaust, siehst Du es auch ganz genau.
Auch für Stotternde ist Stottern doch gar nicht das Problem; das können sie doch schon. Über ihre Kräfte frei verfügen, das können sie nicht. Mit sich selbst gut umgehen, das können viele nicht. Da weiß ich z.B. wie das geht, und kann es ggf. auch vormachen.
PRO-BLEMA kommt von griech. BALLEIN und bedeutet einfach den BALL, den Dir das Leben zuspielt, um Dir zu zeigen, dass Du noch im Spiel bist. Wenn Du dann nicht weiterSPIELST sondern Dir erst einmal über den Ball klarwerden nwillst, hast Du das Spiel immer nochn nicht verstanden und brauchst Dich nicht zu wundern, wenn Dir der Ball sofort wieder weggeschnappt wird.
Ich spreche nicht "vom defizitären Ansatz"; mich interessieren die üblichen Denkschablonen nicht. Ich denke nicht im Traum daran, mir all den Ballast aufzuhalsen, der unter den jeweiligen Schlagworten zusammenkonstruiert ist.
Wäre es nicht klüger, sich mit den Kräften, die mit dem Stottern verbunden sind, erst einmal zusammenzusetzen statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen? Die Lebensaufgabe heißt schließlich nicht auseinander sondern mit sich selbst EINS werden - meine ich.
Herzliche Grüße!
Franz Josef Neffe


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 Betreff des Beitrags: Re: Mit sich selbst EINS werden
BeitragVerfasst: Di Mai 03, 2011 9:54 am 
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Registriert: So Jul 29, 2007 6:47 am
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F.J.Neffe hat geschrieben:
Wäre es nicht klüger, sich mit den Kräften, die mit dem Stottern verbunden sind, erst einmal zusammenzusetzen statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen? Die Lebensaufgabe heißt schließlich nicht auseinander sondern mit sich selbst EINS werden - meine ich.

Gute Frage - indeed, in der Tat ;)
Beides läuft zusammen. Sowohl das "auseinandernehmen" als auch das zusammensetzen bzw. im Zusammenhang sehen, spielt eine Rolle. Mache ich nur eins davon, bleibt's unvollständig. Zerstückele (analysiere, grübele etc.) ich nur, dann seh ich den großen Zusammenhang nicht; das Leben wir mühsam. Will ich immer nur das Ganze sehen, wird's mitunter schwammig ... ich mag mich zwar gut fühlen, doch weiß nicht immer, warum. Ich reflektiere wenig bis gar nicht(s). Letzteres ist okay und reicht völlig aus, wenn man nicht 'nen kleinen Forschergeist in sich hat bzw. hätte ;) ... mich interessieren auch die Gründe - und dabei ist Balance zwischen "Zusammen- und Auseinandersetzen" wichtig.

So wachsen Wissenschaft & Glauben zusammen :)

In diesem Sinne ... alles Gute, Micha.

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 Betreff des Beitrags: Praktisch
BeitragVerfasst: Di Mai 03, 2011 6:43 pm 
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Wohnort: Pfaffenhofen
Jeder nächste Schritt offenbart, wo wir hingetappt sind.
Das kann man ganz praktisch sehen.
Herzliche Grüße!
Franz Josef Neffe


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 Betreff des Beitrags: Re: Praktisch
BeitragVerfasst: Mi Mai 04, 2011 12:19 am 
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Registriert: So Jul 29, 2007 6:47 am
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Wohnort: Dresden
F.J.Neffe hat geschrieben:
Jeder nächste Schritt offenbart, wo wir hingetappt sind.

Manchmal auch "hineingetappt" sind, oder? ;)

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