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BeitragVerfasst: Mi Mär 05, 2008 1:02 am 
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hi leute,

hier mal meine meinung zu pagoclone und anderen substanzen, die bisher schon im einsatz sind:

wenn ich lese, dass "bei pagoclon vor allem die angststörungen und hemmungen gegen sprechen reduziert werden", dann ist das schon mal ein hinweis darauf, dass pagoclone wahrscheinlich nicht direkt aufs stottern, sondern eher auf die sekundärsymptomatik wirkt. und zu der zählen z. b. ängste, vermeidungsverhalten und selbstzweifel. wenn diese sekundärsymptome reduziert werden und man sich, salopp gesagt, in sprechsituationen wohler fühlt, dann wirkt sich das natürlich auch positiv auf die sprechflüssigkeit aus.

allerdings wäre es mal sehr interessant zu erfahren, auf welchen kriterien denn die "sehr gute leistung bei mehr als 50% der testpersonen" beruht. es gibt zwar eine menge skalen und bewertungsschemata zur beurteilung der schwere des stotterns, aber rein subjektiv sagen diese meiner meinung nach recht wenig aus. das ist ebenso wie bei dem bekannten "vorher-nachher"-vergleich bei stottertherapien: aus der patientengruppe wird ein patient mit sehr großem fortschritt ausgewählt und an ihm die wirksamkeit der therapie gezeigt. aus wissenschaftlich-statistischer sicht hingegen sind patienten mit außergewöhnlich großen/kleinen fortschritten (sog. "ausreißer") für die gruppe nicht repräsentativ und dürfen eigentlich nicht in die auswertung einer studie eingehen, geschweige denn als referenzobjekte dienen....aber stottertherapie ist nun mal zu 70% marketing 8)

einige leute hier haben offenbar schon sehr gute erfahrungen mit medikamentöser behandlung des stotterns gemacht. ein paar gedanken dazu: stottern kann auch neben- und begleiterscheinung von unterschiedlichsten erkrankungen sein. wer z. b. bekannter- oder unbekannterweise an neurologischen erkrankungen wie epilepsie, schizophrenie oder depressionen leidet, sich ein medikament gegen "stottern" verschreiben lässt und dann erstaunt feststellt, dass sich das stottern verbessert hat, bei dem wurde wahrscheinlich eher die grunderkrankung erfolgreich behandelt. ergo: grunderkrankung beseitigt -> stottern beseitigt oder zumindest gemildert. ob das medikament aber tatsächlich einen direkten einfluss auf das stottern hatte, lässt sich nicht sagen. :roll:

widersprüchliche ergebnisse gibt es auch zu bereits erprobten substanzgruppen. so werden z. b. benzodiazepine wie clonazepam, lorazepam und diazepam von usern durchaus positiv in ihrer wirkung beschrieben. auf der anderen seite findet man fachartikel, wo o. g. substanzen nachgewiesener maßen als auslöser (!) für stottern beschrieben werden, da sie in den neurotransmitter-stoffwechsel eingreifen und diesen beeinflussen. dies zeigt, dass es eigentlich gar keine konkreten empfehlungen von substanzen zur behandlung des stotterns geben kann/darf, sondern eine individuelle medikation des patienten erfolgen muss. Und das bedeutet viel arbeit, viel einfühlungsvermögen und viel zeit 8)

als betroffener bin ich dennoch schwer gespannt auf die weiteren teststudien zu pagoclon....

lg chris

p.s.: ok, mein erster beitrag, ich hoffe mal dass ich keinen erschlagen habe :wink: ich arbeite gerade an konzepten zur anforderungsbasierten stottertherapie, denn ich glaube, dass ich bisher meine wünsche, anforderungen und ziele an eine therapie viel zu wenig kommuniziert habe. salopper vergleich: wer sich eine küche kaufen will, geht auch in mehrere möbelhäuser, lässt sich beraten und fragt lieferzeiten ab. why not bei stottertherapie? "ich habe das stotterproblem x, in den situationen y, ich habe die ziele z. sind meine ziele realistisch, wenn ja, innerhalb welcher zeit können sie erreicht werden und was muss ich dafür investieren?"


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BeitragVerfasst: Mo Mär 24, 2008 12:38 pm 
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soo habe wieder mit Gerald A. Maguire korrespondiert, welcher mir mitteilte, man arbeite z.Zt. an der Suche nach einem "Partner" und weiteren Probanten für die Fortsetzung der Studie.

---
Fazit: Dürfte alles ein wenig eingeschlafen sein, die anfängliche Euphorie und das doch schnelle Vorgehen vor einiger Zeit haben jetzt das ganze Programm scheinbar etwas stocken lassen...


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BeitragVerfasst: Di Mär 25, 2008 12:28 pm 
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danke Dir online für Deine Mühe. Ich habe nämlich nicht die guten Kontakte welche Du hast :D
GroßLob!


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BeitragVerfasst: Mo Apr 21, 2008 11:51 am 
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Hi Leudde,

die III Phase der Studie hat wohl doch noch begonnen.
Laut "bestätigten" Gerüchten von Toms Stutter Blog http://thestutteringbrain.blogspot.com
hat sich ein weiteres Unternehmen in das Projekt eingeklinkt.

>>I heard rumors that the Phase III trial for Pagoclone is going ahead, and there was a meeting to discuss the formalities of the trial. I am sure we will have more information soon.<<


Liebe Grüße
dietrich77


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BeitragVerfasst: Di Jun 03, 2008 9:31 am 
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Beiträge: 238
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Update, 01.06.2008
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Hallo!
Gerald Maguire war wieder so freundlich, mir die neuesten Entwicklungen zum Thema bekannt zu geben; nämlich ist für dieses Jahr ein Anlaufen einer weiteren Studie mit Pagoclone geplant. Es wird also noch dauern, bis es auf den Markt kommt.

Weiters sagt er, gibt es in Frankreich ein Medikament, nennt nich STRESAM (ETIFOXINE), das ähnlich aufgebaut ist, wie Pagoclone, nämlich auch auf GABA.

Es wäre jetzt interessant, Nachforschungen zu betreiben, ob jemanden diese Medizin bekannt ist, ich werde selbiges tun, und euch up do date halten.

Bis dann..

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