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BeitragVerfasst: Mi Nov 09, 2005 8:01 pm 
Hallo,
dieser Beitrag war eigentlich als Antwort zum Thread "Großraumbüro" geplant, aber vielleicht ist es sinnvoll ein neues Thema draus zu machen...
Also, ich komme gerade von einer Konferenz (bin Dipl.-Päd.) mit 8 Teilnehmern, die sich teilweise nicht kannten. Einige wußten, daß ich stottere, aber nicht alle. Die Vorstellungsrunde hab ich etwas holprig gemeistert, dabei viel mir die eine Teilnehmerin schon auf. Und tatsächlich: sie stotterte auch! Das hatte ich bisher noch nicht erlebt. Wißt Ihr, was ich so toll daran finde? Ich konnte mal ganz objektiv wahrnehmen, wie andere damit umgehen. Kein Mensch hat sich dran gestört, sowohl bei ihr nicht, als auch bei mir. Es ging um rein sachliche Themen. Das schöne war, ich selbst fand es auch nicht schlimm. Im Thread "Lehrer stottert" schrieben einige, es sei doch eine Zumutung, einem Stotterer zuhören zu müssen. Nach dieser Erfahrung heute kann ich das nicht bestätigen.
Eure Meinungen dazu interessieren mich natürlich sehr!
Viele Grüße von Bettina


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BeitragVerfasst: Mi Nov 09, 2005 8:59 pm 
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Registriert: Sa Mär 13, 2004 1:01 am
Beiträge: 31
Ich denke, daß ganz entscheidend dabei ist, WIE jemand stottert! Man kann ganz leicht stottern, ohne schwere Blocks und auch so, daß man kaum einen Satz verstehen kann, weil ein Block nach dem anderen kommt. Ich habe bereits solche und solche Leute kennengelernt und daher, denke ich, kann man nicht pauschal sagen, ob den anderen das Stottern etwas ausmachen würde oder nicht.
Was Lehrer betrifft, gilt es auch. Ein Lehrer mit schweren Blocks muß erst mit seinem Stottern kämpfen, das Vermitteln vom Lehrstoff steht dann auf der zweiten Stelle und für die Schüler ist auch genauso schwer ihn zu verstehen und den Lehrstoff zu begreifen. Daher, kann ich mir als Lehrer nur dann einen Stotternden vorstellen, wenn er sein Sprechen wirklich im Griff hat, alles andere wäre auf Dauer wirklich eine Zumutung. Schließlich muß ein Schüler lernen und es wäre unheimlich schwer für ihn, wenn er den Lehrer kaum verstehen kann.

Viele Grüße
Ilori


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BeitragVerfasst: Do Nov 10, 2005 10:43 am 
Hallo,
da gebe ich Dir Recht. Die Frau hatte keine langen Blocks, sondern immer wieder dieselben Füllwörter benutzt, oft auch 4-5 mal hintereinander. Es klang vermeintlich flüssig, während ich vollends hängenbleibe.
Gruß, Bettina


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BeitragVerfasst: Do Nov 10, 2005 5:27 pm 
Hallo Bettina,da kann ich Dich nur bestätigen.Stottern mal von der anderen Seite zu hören kann ganz gut tun.War gestern abend zum ersten mal in einer SHG (für Stotterer ) und dachte dann später ,ganz heilsam für mich , "ist ja gar nicht so schrecklich einem stotternden Menschen zuzuhören.Ch.


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BeitragVerfasst: Sa Nov 12, 2005 12:09 am 
Ich kann auch nur - nicht nur aus dem Umgang mit Sprachschwierigkeiten - bestätigen, daß es auf das WIE ankommt und zwar nicht nur wie man stottert sondern WIE MAN dabei IST. Darum habe ich als Sprachheillehrer auch nie mit den betroffenen Kindern Sprechübungen gemacht sondern eher "Lebensübungen". Und da war immer von Bedeutung, nicht wur WIE das geschieht sondern IN WELCHEM GEISTE.
Im Geiste des "Du mußt nur wollen" oder des "Ich schaff das nie" wirkt es anders als im Geiste des "Ich glaube an Dich und möchte Dein Können miterleben". Im Geiste finden sozusagen die primären Weichenstellungen für den Erfolg statt. Es ist schließlich ein Unterschied, ob man mit seinen gerade entdeckten Talenten trainiert oder mit "seiner" Angst. Ich grüße herzlich.
+Franz Josef Neffe


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BeitragVerfasst: Fr Nov 18, 2005 12:08 am 
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Registriert: Do Nov 03, 2005 1:01 am
Beiträge: 3
Hallo Bettina!!
Du schreibst, dass du Sozpäd bist..mich würde mal interessieren, wo du arbeitest und wie du in deinem Job damit klar kommst..ich studiere nämlich auch Sozialarbeit und stottere(noch nicht all zu lange und meistens auch nicht so schlimm) Doch kann ich mir vorstellen, wenn sich das stottern nicht legt, dass dies eine starke Hemmung im Beruf werden könnte..


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BeitragVerfasst: Mo Nov 21, 2005 3:26 pm 
Hallo Ixi,
ich bin Diplom-Pädagogin. Das ist zwar etwas Ähnliches, aber nicht dasselbe.
Ich stottere mittelschwer. Ja im Beruf ist das nicht ganz einfach. Ich muß viel mehr kämpfen (um Respekt, Anerkennung, gegen die Angst z.B.) als andere. Schwierig war die Jobsuche. Das hat mit Unterbrechungen von Kurzzeitjobs gut 1,5 Jahre gedauert, bis ich eine feste Stelle hatte. Dort bin ich jetzt seit 7 Jahren ...und es läuft prima. Ich habe mich auf eine bestimmte Behinderung spezialisiert und erstelle individuelle Therapieprogramme, berate Eltern, Schulen, Heime etc. und arbeite auch direkt mit Kindern und Erwachsenen.
Was willst Du mal machen?
Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim weiteren Studieren!! Gruß Bettina


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